Die erste Wallfahrtskirche am Kapellenplatz erhielt ihre erste Orgel vor 1800, in deren prächtige Gehäuse 1840 der Kevelaerer Orgel-bauer
Wilhelm Rütter eine neue Orgel unter Verwendung etlicher Pfeifen des Vorgängerinstrumentes einbaute. Diese Orgel mit ihrem majestätischen
Klanggewand begleitete fortan die ankommenden und scheidenden Pilgergruppen des Marienheiligtums bei ihren Gesängen. Als Musterexemplar
der Orgelbaukunst Wilhem Rütters für viele Orgelbauten am Nieder- und Mittelrhein sowie in Holland begeisterte diese Orgel Interessenten
aus nah und fern. Leider wurde das stolze Orgelwerk Rütters ein Opfer der Witterung und des Kerzenrußes.
Nachdem jahrzentelang
ein Harmonium als provisorischer Orgelersatz fungierte, wurde 1959 eine neue Orgel von der Kevelaerer Orgelbauwerkstätte Seifert in
das historische Rütter-Gehäuse eingebaut. Die "Reste" des Pfeifenwerkes der Rütter-Orgel konnten leider keine Verwendung in der neuen
Orgel finden, sie befanden sich in einem desolaten, unrestaurierbaren Zustand.
Nach den notwendig gewordenen Reinigungsmaßnahmen
in und an der Kerzenkapelle im Jahre 1986/1987 konnte der damalige Basilikaorganist Prof. Wolfgang Seifen die Pfarrgemeinde von einer
Rekonstruktion der Orgel nach dem Konzept von Rütter überzeugen. 1990 konnte das Orgelwerk, das nach langer Spurensuche an erhaltenen
Orgelwerken Rütters von der Kevelaerer Orgelbauwerkstätte Seifert rekonstruiert wurde, ihrer Bestimmung übergeben werden.